Seminar

"Soziale Innovationen im ländlichen Raum" >

Fachtagung

„Eiweiß – Baustein des Lebens" >

Forschungsprojekt

LIVERUR - Das Living Lab Konzept in ländlichen Regionen


Projektnummer: AWI/184/18

Projektbearbeiter: Wagner, K.; Egartner, S.; Heinschink, K.; Niedermayr, J.

Projektpartner: Horizon 2020 Projekt mit Koordination der San Antonio Universität Murcia, ES, Kooperation von 23 internationalen Partnern aus AT, CZ, DE, ES, FR, GR, IT, LV, MA, PT, SI, TR, TU Projektinitiative: Horizon 2020 Call, Teilnahme auf Anfrage Universität Murcia

Zeitraum: 2018 - 2021

Projektbeschreibung: 

Ausgangssituation

Vor dem Hintergrund der Europa 2020 Strategie (intelligentes, nachhaltiges, integratives Wachstum) und den Herausforderungen einer Abwanderung aus den ländlichen Regionen sowie eines hohen Durchschnittsalters der ländlichen Bevölkerung werden Konzepte zur Erhaltung der Lebensfähigkeit des ländlichen Raumes gesucht. Der entsprechende Call im Forschungsprogramm Horizon 2020 ("Business Models for Modern Rural Areas") zielt auf eine Kapitalisierung der Potentiale im ländlichen Raum ab. Dabei sollen der Nahrungsmittelsektor und der ländliche Raum gleichzeitig unterstützt und neue Formen des nachhaltigen Wachstums gefunden werden. Ausgehend vom Living Lab Konzept sollen regionalspezifische Richtlinien für innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden. Diese sollen auf einer Nutzung lokaler Ressourcen und sozialer Innovationen kombiniert mit regionaler Kreislaufwirtschaft für kleine und mittlere landwirtschaftliche Unternehmen basieren.

Zielsetzung

Ziel des Projektes LIVERUR ist es, neue Geschäftsmodelle für den ländlichen Raum aufzuzeigen, damit einen Mehrwert für den ländlichen Raum zu schaffen und zwar in Form nachhaltiger Arbeitsplätze, wirtschaftlicher und sozialer Stabilität, auch unter Berücksichtigung von Globalisierungs- und Klimawandelbedingungen. Folgende fünf konkrete Ziele verfolgt das Projekt:

- Analyse und Konzeptualisierung des Living-Lab-Konzeptes für ländliche Räume

- Entwicklung eines Benchmark-Systems existierender Geschäftsmodelle, das neben wirtschaftlichen auch soziale und Umweltbelange mit einbezieht

- Entwicklung eines regionalen Living-Lab-Konzepts ("Regional Circular Living Lab Business Models")

- Entwicklung einer IT-Plattform zur Anwendung und Verbreitung des Konzeptes, speziell in 13 Pilotregionen (in Österreich: Südburgenland)

- Bewertung der Implementierung in den Pilotregionen

Bedeutung/Begründung der Notwendigkeit

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft war und ist in verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten und anderen Tätigkeiten mit den Themenbereichen Entwicklung ländlicher Räume, neue Organisationsformen der Landwirtschaft, Innovationen, soziale Landwirtschaft, befasst. Daraus ergab sich die Möglichkeit zur Mitarbeit an diesem Forschungsprojekt. In der EU-Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums wird besonders seit der Periode 2014-2020 auf Innovationen im ländlichen Raum Wert gelegt. Die Mitarbeit an diesem Forschungsprojekt ermöglicht einen exzellenten Wissens- und Erfahrungsgewinn durch die breite und renommierte europaweite Zusammenarbeit (Universitäten, agrarökonomische und forstwirtschaftliche Institute, SMEs). Dies einerseits im theoretischen Grundlagengerüst, andererseits auch in der konkreten Bewertung verschiedenster Beispiele neuer Geschäftsmodelle für kleine und mittlerer landwirtschaftliche Unternehmen im ländlichen Raum. Das Living Lab Modell wird hier als Open-Innovation-Geschäftsmodell verstanden, das die wichtigen vier Akteursgruppen (Landwirtschaft/Industrie, Verwaltung, Forschung, Bevölkerung) in einer public-private-people-Partnerschaft zusammenbringt, speziell angepasst an die Erfordernisse ländlicher Räume, mit dem Ziel, Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Besonders durch die Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Burgenland, das die Region Südburgenland als Pilotregion betreut, können für österreichische Verhältnisse gut angepasste Beispielsmodelle erarbeitet und bewertet werden.

Geplanter Ablauf, Durchführung

Die Tätigkeiten der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft im Rahmen dieses Projektes bestehen in Mitarbeiten bei den Arbeitspaketen 1 Project management and coordination, 2 Conceptualization of existing rural business models in EU and regional areas, 3 Study of the living lab technique. Feasibility assessment, 4 Development of a regional circular living lab business model 5 Piloting actions for implementing the new business model, 6 Development of the regional circular living lab tool for entrepreneurs in rural areas und 7 Communication, Dissemination. Der Schwerpunkt der Arbeiten der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft wird im Arbeitspaket 4 liegen, in dem aus den vorher im Projekt erarbeiteten Konzepten und Machbarkeitsstudien Richtlinien für ein regionales, kreislaufwirtschaftlich orientiertes Living Lab Konzept erarbeitet und auf die Gegebenheiten der 13 Pilotregionen abgestimmt wird.