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Zusammenfassung

Schaf- und Ziegenmilchproduktion in Österreich und Europa. Produktion, Vermarktung und Entwicklungschancen, Broschüre des BMLFUW


Deix, C.; Rosenwirth, Ch.; Janko, M.; Kirner, L.; Hambrusch, J.

2008-02-05

Die vorliegenden Berechnungen belegen eine außerordentlich hohe Wettbewerbsfähigkeit der Milchschaf- und Milchziegenhaltung. Einschränkend gilt es zu bedenken, dass diese Ergebnisse nur dann erreicht werden, wenn die hier unterstellten Leistungen (zB Milchleistung) mit den kalkulierten Kosten auch tatsächlich erzielt werden. Mehrkosten oder niedrigere Produktionsleistungen, die im Rahmen einer Umstellung auf die Milchschaf- bzw. Milchziegenhaltung naturgemäß auftreten können (Lernprozesse), sind in den Berechnungen nicht berücksichtigt. Zudem gilt es zu hinterfragen, ob die Milch zu den kalkulierten Preisen längerfristig absetzbar ist und ob die kalkulierten Transportkosten im Einzelfall nicht überschritten werden.

Entscheidenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Milchschaf- bzw. Milchziegenhaltung übt der Betriebsleiter mit seiner Produktionsweise aus. Nur bei hohem Produktionsniveau kann ein zufrieden stellender Deckungsbeitrag je Muttertier erzielt werden, der die Grundlage für eine hohe Rentabilität des Betriebszweigs darstellt. Eine um 50 kg höhere Milchleistung bei Milchschafen verbessert den Beitrag zu den Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft bei 80 Muttertieren um knapp 3.000 € bzw. bei 200 Muttertieren um etwa 7.200 €. Kleine Unterschiede im Deckungsbeitrag pflanzen sich bei hohen Muttertierzahlen besonders fort. Natürlich spielt auch der Milchpreis eine wesentliche Rolle, jedoch ist dieser von Bauern und Bäuerinnen weniger beeinflussbar als die Produktionstechnik. Ob die konventionelle oder biologische Wirtschaftsweise rentabler ist, hängt in erster Linie vom erzielbaren Mehrpreis für die verkaufte Milch ab.

Allgemein lässt sich aus den Berechnungen und der vorliegenden Analyse ableiten, dass Milchschafe bzw. Milchziegen eine wirtschaftliche Alternative für Familienbetriebe in Österreich darstellen. Vor einem Einstieg in die Milchschaf- bzw. Milchziegenhaltung sind die betrieblichen Voraussetzungen genau zu prüfen und detaillierte Informationen über die Produktionstechnik zu sammeln. Auch die weitere Marktentwicklung von Schaf- und Ziegenmilch bzw. deren Produkten ist bei einem Umstieg im Auge zu behalten. Schließlich gilt es zu überlegen, ob die Arbeit mit Milchschafen bzw. Milchziegen längerfristig Freude bereitet.